Ist ein Mischling wirklich der gesündere Hund?


eine Untersuchung zur Erkrankungsanfälligkeit bei Mischlingen in Deutschland (Aus der Klinik für kleine Haustiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, E. SWITZER UND I. NOLTE)


Mischlingshunde
werden oft im Vergleich zu Rassehunden als anspruchslos und allgemein gesünder beschrieben. Da jedoch derzeit keine gezielten Untersuchungen zur Erkrankungshäufigkeit von Mischlingshunden in Deutschland vorliegen, wurde dieses Thema anhand der zugänglichen Literatur und anhand der Patientendaten der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover der letzten zehn Jahre untersucht. Bei den untersuchten Erkrankungen Hüftgelenksdysplasie, fragmentierter Processus coronoideus, Bandscheibenerkrankungen, Kreuzbandriss, Gebährmuttervereiterung, Haarbalgmilbenbefall, Hautentzündungen, Magendrehung, Keratitis, Ösophagusdilatation zeigte sich eine durchschnittliche Beteiligung von Mischlingshunden im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtpopulation (22,3 %).
Lediglich bei Mammatumoren (24,0 %) und Frakturen von Gliedmaßen (32,5 %) waren Mischlingshunde prozentual häufiger vertreten als in der Gesamtpopulation. Da jedoch in weniger als 5 % der Fälle Kenntnis über die Rassenzusammensetzung der Mischlingshunde in der vorliegenden Untersuchung bestand, ist eine Beurteilung der Ergebnisse schwierig.

Da ein Mischlingshund in seiner genetischen Disposition stark von seinen Vorfahren abhängig ist, kann keine Vorhersage hinsichtlich der Erkrankungsgefährdung bei diesen Hunden gemacht werden.
Alleine dass ein Hund als Mischlingshund einzustufen ist, ist jedoch nicht mit besserer Gesundheit korreliert.
In der Literatur wird der Anteil von Mischlingshunden an der Gesamthundepopulation in Deutschland mit durchschnittlich 22,9 % angegeben (Rümmelin 1989, v. Bomhard 2001, Salzborn 2003). Somit ist der Mischlingshund der am weitesten verbreitete und beliebteste Hund in Deutschland.
Da mit wenigen Ausnahmen keine Kenntnis über die Rassenzusammensetzung der Mischlingshunde in der vorliegenden Untersuchung bestand, ist eine Beurteilung der Ergebnisse schwierig. Mischlingshunde sind in ihrer genetischen Disposition stark von ihren Vorfahren abhängig, so dass keine Vorhersage hinsichtlich der Erkrankungsgefährdung bei diesen Hunden gemacht werden kann. Grundsätzlich scheint jedoch ein Hund, der beispielsweise einen großen Anteil der Gene eines Schäferhundes hat, eher über eine dem Schäferhund ähnliche Krankheitsdisposition verfügt. Die allgemeine Meinung jedoch, ein Mischlingshund sei per se gesünder als ein reingezüchteter Rassehund („überzüchtet"), lässt sich durch die vorliegende Untersuchung wie auch durch die Untersuchung anderer Autoren nicht belegen.



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